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Brüste entfernen aus Angst vor Krebs?

Seit 14.05.13 ging die News von Angelina Jolie über den Ticker, dass sie sich die Brüste amputieren ließ, um nicht an Brustkrebs zu erkranken. Auslöser für diese Entscheidung war wohl die Tatsache, dass sie Trägerin eines mutierten BRCA1-Brustkrebsgens ist. In den Medien wird dieser Schritt als "mutig" dargestellt und soll anderen Frauen ebenfalls Mut machen. Wozu? Ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Aha. Ich stimme zu, dass jedeR Mensch seine eigenen Entscheidungen treffen sollte, keine Frage. Aber hier geht es noch um viel mehr. Fällt Ihnen das auch auf? Ich habe das Thema in Facebook gepostet und es entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion.

Auf individueller Ebene lese ich daraus, dass Frau Jolie mit diesem Schritt ihren Risikofaktor von 87 % auf unter 5 % senken wollte. Das ist im ersten Moment genau so verständlich wie das Rauchen aufzuhören um sein Risiko für Lungenkrebs zu senken. Doch hier ging es um mehrere schwerwiegende, belastende und teure Operationen als Maßnahme zur Risikosenkung und das ist für mich etwas anderes.

Ein Restrisiko bleibt trotzdem. Nicht zuletzt weil es für Brustkrebs noch zahlreiche andere Risikofaktoren gibt. Allein die Verwendung eines Langzeit-Deos mit 48 Stunden-Schutz (mit Aluminiumsulfit) kann – übrigens auch bei Männern – zu Brustkrebs führen. Kann. Muss aber nicht. Denn ein Risikofaktor ist keine Krankheit und wird vielleicht auch nie eine.

Welche Alternativen stünden Angelina Jolie an dieser Stelle zur Verfügung?
Im Rahmen der Prävention könnte man sich die Frage stellen wie man den Ausbruch der Krankheit verhindern könnte. Hier hilft ein Blick auf die psychosomatischen Hintergründe von Brustkrebs. Das kann Folge eines sehr aufopfernden Verhaltens sein, bei dem man vergisst, sich um sich selbst zu kümmern oder ein starker Mutter-Kind-Konfliktstress. Dieses starke Bemuttern kann dabei bereits von der eigenen Mutter übernommen werden. (Bourbeau) Schulmediziner nennen das dann „genetisch veranlagt“. Meistens ist es aber eher sozialisiert und kann durch unser bewusstes Verhalten verändert werden. Bei sechs Kindern wird es natürlich schon gelegentlich zu Stress, Sorgen und Konflikten kommen. Hier könnte die Familie zusammen helfen, sich coachen lassen und ihre Konfliktkompetenz erhöhen um für solche Krisen noch besser gewappnet zu sein. Nebenbei ein Beitrag zum Weltfrieden ;-).
Besonders wichtig wäre das Fördern aller ihrer Ressourcen und Lebensbedingungen wie beispielsweise eine leckere gesunde Ernährung. Sie darf gut darauf achten, dass ihre Bedürfnisse erfüllt sind und sie sich rundherum wohl fühlt. Mit gut gefüllten „Akkus“ lassen sich ebenfalls kleinere und größere Lebenskrisen besser meistern. Und wenn es einem wirklich gut geht, hat man auch weniger Angst vor möglichen Risikofaktoren und ist ein Segen für sein Umfeld.

Was bedeutet dieser Fall für die Krankheitsindustrie?
Jolie rät den Frauen dazu, den Gen-Test zu machen um dann zu entscheiden.
In Marketing-Sprech würde man sagen: hier setzt man ein Testimonial ein, um sich eine neue Zielgruppe zu erschließen. Ich behaupte, dass es der Krankheitsindustrie und ihren Krankheitserfindern auf "bewundernswerte" Art gelungen ist, eine vermutlich leider wirkungsvolle, da prominente "Präventions-Ikone" zu installieren. Eine „zufriedene Kundin“ die nun für dieses Vorgehen wirbt. Die Argumente dafür: Angst. Belegt durch das Totschlag-Argument – im wahrsten Sinne des Wortes – der erblichen Vorbelastung. Sprich: das ist eben so und wir können es nicht ändern. Dass sich sozialisiertes Verhalten auf unsere Gene auswirkt und sich das sehr wohl beeinflussen lässt, wird außer Acht gelassen.

Die Gesundheits“wirtschaft“ ist ein Geschäftsmodell, bei dem es ums Geld verdienen geht. Nicht umsonst wird hier von einem „Wachstumsmarkt“ gesprochen. Dazu braucht es kranke Menschen. Damit diese nicht zur Neige gehen, werden MEHR Kranke "produziert", diese lieber chronifiziert als geheilt und den Gesunden noch - meist unnötige Leistungen (z.B. IGeL) verkauft. Im Detail können Sie das gerne in meinem kostenlosen ebook "EINE für ALLE" nachlesen.

Was passiert, wenn die Krankheit trotzdem ausbricht? In der Regel wendet die klassische Medizin den teuren schulmedizinischen Dreikampf aus (erneut) Operation, Chemotherapie und Bestrahlung an. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das alles sein soll. Es gibt zahlreiche Hinweise auf alternative Methoden, die vermutlich hilfreicher und kostengünstiger wären, aber in unserem Medizinsystem (noch) nicht angemessen als Ersatz oder zumindest als Ergänzung angewendet werden.

Aus Sicht unserer Bevölkerung:
Im Falle von Frau Jolie hat ein bloßer Risikofaktor zu einer Operation geführt.
Zum Vergleich: Rauchen ist ein Risikofaktor für Lungenkrebs. Es rauchen etwa 25 – 35 % der Gesamtbevölkerung und etwa 85 % der Lungenkrebsbetroffenen sind Raucher. Sollte man also deshalb den Rauchern schon mal prophylaktisch etwa ab dem 50. Lebensjahr die eigenen Lungen durch Spenderorgane ersetzen oder die künftigen Raucherbeine amputieren?
Oder sollten wir Männern mit Risikofaktoren für Hodenkrebs vorsorglich die Hoden entfernen lassen, wie eine Bekannte dazu auf facebook kommentierte? Die zukünftigen Diabetesfüße der zahlreichen Zuckerkranken amputieren wir am besten auch gleich. Des Weiteren wären da noch die nahen Angehörigen, die an Blutgerinnseln im Gehirn verstarben. Sollte man hier über eine präventive operative Entfernung des Gehirns nachdenken?
Sie merken also spätestens jetzt, wohin uns diese Entwicklung führen könnte. Wo fängt das an und wo hört das auf? Jetzt sind wir also auch noch über diese Schwelle gegangen. Meine Intuition sagt mir, dass uns das viel Geld kosten kann, aber ganz sicher nicht gesünder macht.

Allein der Bluttest kostete Frau Jolie 2.300 Euro. Bei uns wird der Test wohl von den Kassen übernommen, wenn Ärzte das empfehlen.
Was meinen Sie:
- Sollten künftig verstärkt präventive Operationen einzig und allein aufgrund eines Risikofaktors und nicht aufgrund einer Krankheit vorgenommen werden? Möchten Sie das für sich?
- Soll die Solidargemeinschaft die Kosten für die 2 – 3 Operationen übernehmen, die dafür notwendig sind? Momentan wird die Kostenübernahme sowohl in der gesetzlichen Kasse als auch bei der privaten Krankenversicherung sehr unterschiedlich von Fall zu Fall gehandhabt. Wollen Sie dafür Ihren Beitrag zahlen?
Ich sehe beides sehr kritisch.

Fazit:
Das Leben ist nun einmal wild und gefährlich und endet meistens tödlich, aber warum lassen wir uns zu Lebzeiten so viel Angst von einer Krankheitsindustrie machen, die sich immer mehr an unseren Krankenversicherungsbeiträgen bereichern will und dafür sogar unsere Gesundheit riskiert? Es wird Zeit, dass wir uns zu wirklicher Gesundheitskompetenz befähigen, die Gesundheitsförderung verstärken, die alternativen Behandlungsmethoden einbeziehen um unsere Gesundheitschancen zu erhöhen und die Finanzierung endlich auf EINE für ALLE umstellen. Das wären Chancen für mehr Gesundheit für weniger Geld.

Wenn Sie das auch gut finden, dann tragen Sie sich bitte hier auf der Webseite unter "gut finden und mitmachen" als UnterstützerIn ein. Wir werden immer mehr und gemeinsam können wir mit der Zeit viel erreichen. Auf gehts!

Viele Grüße -
Ihre Birgit Schmidmeier