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Mediation - Vermittlung bei Konflikten

Streitende sollten wissen, dass nie einer ganz recht und der andere ganz unrecht hat.
(Kurt Tucholsky)

Mediation ist die konstruktive Vermittlung in Streitfällen durch allparteiliche Dritte – den MediatorInnen. Die MediatorInnen unterstützen die Konfliktparteien dabei, selbst in scheinbar ausweglosen Situationen zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, bei der jede Partei gewinnt.
Dabei sind die MediatorInnen zuständig für die Struktur des Prozesses und die Konfliktparteien finden selbstbestimmt ihre Lösung.

Gerade im Gesundheitswesen gibt es zahlreiche Situationen, in denen es zu Konflikten kommen kann:
- zwischen ÄrztInnen und PatientInnen (in der Praxis oder im Krankenhaus)
- zwischen Versicherten/PatientInnen und ihrer Krankenkasse/Krankenversicherung etc.
- oft auch mit mehreren beteiligten Parteien (z.B. nach einem Unfall: PatientIn, ÄrztInnen, Krankenhäuser, Rehaeinrichtungen, Krankenkasse, gesetzliche Rentenversicherung etc.)

Wo wirkt der Vorschlag überwiegend?

  • Erhaltung der Gesundheit
  • Wiedererlangung der Gesundheit (Behandlungsmethoden etc.)
  • Strukturelle Verbesserungen im Gesundheitswesen (beispielsweise interdisziplinäre und/oder sektorübergreifende Kooperationen)

In welchem Stadium befindet sich der Vorschlag?

  • Etablierte Maßnahme, aber noch nicht überall verbreitet

Worin liegt der konkrete Gesundheitsnutzen?

Streitigkeiten wirken sich bereits bei gesunden Menschen oft belastend auf die Gesundheit aus. Wenn allerdings Kranke im komplexen Gesundheitswesen Unterstützung suchen und in dieser Situation Konflikte auftreten, blockiert dies erst recht die Heilung. Eine einvernehmliche Lösung des Konflikts kann die Situation für alle Beteiligten entspannen und die Atmosphäre nachhaltig verbessern. Dies allein kann schon zu einer Verbesserung der Genesung beitragen sowie zur reibungsloseren Kooperation der beteiligten LeistungserbringerInnen. Von Letzterem können auch andere PatientInnen profitieren.

Beispiel:
Bei einem konkreten Krankenhauspatienten eskalierte ein Konflikt, da die Angehörigen mit der Behandlung im Krankenhaus nicht einverstanden waren. Durch die Mediation stellte sich heraus, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Krankenhausleitung, Stationsarzt, Pflegepersonal, Rehaklinik und Krankenkasse deutlich zu wünschen übrig ließ und es zu einigen Mißverständnissen kam. Da alle Beteiligten am Tisch saßen konnten die Gefühle und Bedürfnisse aller gehört und geklärt werden. Im weiteren Verlauf der Mediationssitzung wurden spontan Vorschläge eingebracht zu deren Umsetzung sich alle Beteiligten bereit erklärten. Dies half sowohl dem aktuellen Patienten, als auch künftigen PatientInnen in ähnlicher Situation. Die Mediation half sowohl im zwischenmenschlichen als auch im strukturellen Bereich.

Wodurch werden konkret die Kosten gesenkt?

Um beim oberen Beispiel zu bleiben:
- Durch verbesserte Kommunikationsstrukturen werden Fehler vermieden, die unnötige Verwaltungskosten produzieren können.
- Eine Deeskalation von Konflikten spart häufig Anwalts- und Gerichtskosten.
- Evtl. Verkürzung der Behandlungsdauer und -intensität, wenn der Patient spürbar gut versorgt wird.
- Verringerung der Arbeitsunfähigkeitstage beim Pflegepersonal durch mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Vorbeugende Mediation in Krisensituationen

Auch in Krisensituationen kann Mediation verbeugend Konflikte und deren Eskalation vermeiden. Insbesondere, wenn durch plötzliche Ereignisse von einem Moment auf den anderen das Leben einer ganzen Familie verändert wird.

Beispiele:
- der 18-jährige Sohn ist nach einem Motorradunfall schwer verletzt und es ist ein Dauerschaden absehbar
- der 45-jährige Familienvater liegt mit Schlaganfall auf der Intensivstation
- die 35-jährige alleinerziehende Mutter von zwei Kindern erhält eine Krebsdiagnose
- die 80-jährige Großmutter kommt ins Pflegeheim.

Welche Ängste, Bedürfnisse und Erwartungen haben die Betroffenen und ihre Angehörigen?
In einer Mediation kann jede Sichtweise offen besprochen und die Situation neu organisiert werden - ganz ohne Familiendrama.

Buchtipp:

Dieses Buch hat Dr. Heinz Pilartz ein geschätzter Kollege von mir geschrieben. Ich habe es gelesen und kann es allen Beschäftigten im Gesundheitswesen sehr empfehlen. Es öffnet die Augen für die zahlreichen wirkungsvollen Einsatzmöglichkeiten von Mediation im Gesundheitswesen - gerade auch im Bereich der Vorbeugung wie oben beschrieben.

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