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Natürlicher Bypass durch die EECP-Methode

"Selbstheilende Herzen.

Im Kampf gegen den Infarkt rettet die Hochleistungsmedizin viele Menschenleben, doch Heilung bringt sie nicht. Nun beschreiten Ärzte neue Wege in der Herztherapie: Sie setzen auf körpereigene Bypässe – und die Mithilfe der Patienten."
So lautet die Überschrift des Spiegel-Artikels von Jörg Blech [1.228 KB] .

Die heutige Situation in Kurzform:

  • Über 300.000 Deutsche erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt aufgrund von Verschlüssen oder Verengungen in den Herzkranzgefäßen.
  • In 2012 erhielten in Deutschland 55.000 Patienten Bypässe eingesetzt.
  • In dem bis zu fünfstündigen Eingriff wird nach dem Durchsägen des Brustbeins der Brustkorb aufgeklappt, so dass das Herz frei liegt. Atmung und Herzschlag werden angehalten und von der Herz-Lungen-Maschine übernommen. Dann wird für das verengte Gefäß ein kleines Stück körpereigene Vene oder Arterie eingesetzt. Auch wenn die Operation heute ein Routineeingriff ist, bleibt sie dennoch mit Risiken behaftet. Rund 700 Patienten überleben in Deutschland jedes Jahr den Eingriff nicht, bei etwa 3.500 kommt es während der Arbeit der Herzchirurgen noch im Operationssaal zu einem Herzinfarkt.
  • Kardiologen und Chirurgen reparieren angeborene Herzfehler und retten bei akuten Attacken vielen Menschen das Leben.
  • Bypässe, Ballons, Stents und Medikamente können die lebensgefährliche Verkalkung der Herzkranzgefäße jedoch nicht heilen sondern gewähren lediglich einen Aufschub.
  • Ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland schlucken cholesterinsenkende Medikamente, die vermutlich eher schaden als nutzen.
  • Allein für eines dieser Mittel geben wir im Jahr 220 Mio. Euro aus.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen mit etwa 40 % immer noch die häufigste Todesursache aus.

Arteriogenese

Doch die Forschung bestätigt: Selbst dem bereits erkrankten Herzen wohnt noch die Fähigkeit inne, sich selbst zu heilen. Denn das menschliche Herz kann verstopfte Gefäße überbrücken, indem es um Engstellen herum Umleitungen wachsen lässt. Diesen Vorgang nennen die Fachleute Arteriogenese.

"In allen Organen befindet sich neben den großen Arterien ein Geflecht winzig dünner Gefäße, der sogenannten Kollateralen. Kommt es in einer großen Arterie zu einer allmählichen Verengung, etwa durch Kalkablagerungen im Alter, dann staut sich davor das Blut zurück und sucht sich neue Wege – in die Kollateralen hinein. Diese spüren die erhöhte Schubkraft – und können sich nach und nach in große Arterien verwandeln. Diese natürlichen Bypässe bergen das Potential zur Heilung: Schlecht durchblutete Organe lassen sich gleichsam verjüngen – wenn der Kranke dabei mithilft, etwa durch Sport." (Elisabeth Deindl, Biologin vom Walter-Brendel-Zentrum am Klinikum der Universität München.)

Und dass Bewegung wie ein Medikament wirkt [1.741 KB] zeigt dieser Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt auf.

Vorbeugen ist natürlich besser als heilen

  • Das Leben ohne Rauchen genießen (Anregung dazu...)
  • Spaß an der Bewegung - es reichen bereits täglich 30 Minuten (Anregungen dazu...)
  • Mit leckerer, gesunder Ernährung das Normalgewicht halten (Anregungen dazu...)
  • Sich täglich Entspannung gönnen (Anregung dazu...).

EECP

Um Patienten beim Aufbau dieser natürlichen Bypässe zu helfen, kann der Kardiologe das EECP-Verfahren einsetzen. Bei dieser nicht-operativen Methode werden Manschetten an den Beinen und Hüften angelegt und auf eine bestimmte Art aufgepumpt.

Dr. Ruffmann erklärt in dieser Info kurz das Verfahren... [150 KB]

Da die Arteriogenese nicht nur am Herzen sondern im gesamten Gefäßsystem funktioniert, kann die EECP-Methode auch Schlaganfällen vorbeugen, Tinnitus lindern und dem diabetischen Fuß vorbeugen.

Wo wirkt der Vorschlag überwiegend?

  • Erhaltung der Gesundheit
  • Wiedererlangung der Gesundheit

In welchem Stadium befindet sich der Vorschlag?

  • Etablierte Maßnahme, aber nur sehr gering verbreitet.

Worin liegt der konkrete Gesundheitsnutzen?

Durch die EECP können viele Operationen vermieden werden. Im Gegensatz zu einer Operation wirkt die EECP-Methode durch die Entstehung der natürlichen Bypässe (Arteriogenese) heilend für den menschlichen Körper. Medikamente können in Absprache mit dem Arzt verringert werden.

Wodurch werden konkret die Kosten gesenkt?

Die Kosten für die EECP-Behandlung liegen bei etwa 4.000 Euro. Eine Erstattung durch die Träger der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung findet momentan leider nur gelegentlich statt.

Umverteilungsvorschläge:
1. Medikamente:
Allein durch die oben genannten Kosten von 220 Mio. Euro für EIN Cholesterinmedikament mit zweifelhaftem Nutzen könnten im Jahr bei 55.000 Patienten EECP-Behandlungen mit nachweisbarem Nutzen durchgeführt werden.

2. Operationen:
Die Kosten für eine Bypass-Operation mit Reha belaufen sich auf etwa 24.000 Euro. Dies betrifft pro Jahr etwa 55.000 Menschen in Deutschland. So entstehen Kosten in Höhe von 1,32 Mrd. Euro.

Das bedeutet, man könnte mit dem gleichen Geld 330.000 Menschen (statt 55.000) risikoärmer und mit besserer Prognose versorgen, wenn:
- die Menschen früher und selbstverantwortlicher handeln würden
- das Netz der EECP-Therapie besser ausgebaut wäre und
- die Kostenträger die Kosten übernehmen würden.

Gesundheitswissenschaftliche Betrachtung:

a. Orientiert sich der Ansatz an Heilung und den salutogenetischen Prinzipien?
Ja, durch die Arteriogenese.

b. Ist der Ansatz interdisziplinär oder betont er Konkurrenz?
Es empfiehlt sich die Zusammenarbeit von Kardiologen mit Gesundheitsberatern um die Patienten auch in den Bereichen Ernährung und Bewegung optimal zu begleiten.
Hilfreich wäre, wenn mehr Kardiologen bundesweit diese Methode einsetzen würden um die Versorgung wohnortnäher anbieten zu können.

c. Wie ist die Auswirkung des Ansatzes auf die ganze Bevölkerung zu sehen?
Der Ansatz der EECP könnte die Menschen ermutigen, früher für sich selbst zu sorgen. Er könnte im Sinne von Tertiärprävention bei Menschen mit Gefäßerkrankungen eingesetzt werden, um Herzinfarkte, Schlaganfälle und Notoperationen zu verhindern.

Ich kann die EECP zwar nicht medizinisch beurteilen, aber gesundheitswissenschaftlich klingt die Methode sehr vielversprechend im Sinne von "Mehr Gesundheit für weniger Geld". Aus diesem Grunde möchte ich gerne an dieser Stelle darüber informieren und im Forum zu einer Diskussion anregen.

Quellen und weitere Infos:

Kontaktdaten:

Auf der Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner zu diesem Thema bin ich auf Dr. Ruffmann aus Baden-Baden gestoßen. Er steht Ihnen für Ihre Fragen gerne zur Verfügung und hilft seinen Patienten auch bei der Beantragung von freiwilligen Leistungen bei den Krankenversicherungsträgern.

Dr. med. Kai Ruffmann
Facharzt für innere Medizin und Kardiologie


Ärztehaus Vincenti
Sophienstraße 47
76530 Baden-Baden

Telefon: 07221 / 9707220
E-Mail: office@dr-ruffmann.de
Internet: www.dr-ruffmann.de

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